Ein Jahr trainiert: Patient inspirierte Physiotherapeut Stefan Lopergolo

Wenn am 3. November der Startschuss beim New-York-City-Marathon ertönt, geht auch die Schüchtermann-Klinik mit an den Start. Unter den 50000 Startern ist der Physiotherapeut Stefano Lopergolo (32). Ein Jahr lang hat er für den Lauf trainiert. Inspiriert hatte den Bad Rothenfelder dafür ein Erlebnis mit einem Patienten.

„Ich habe zwar immer viel Sport gemacht. Für das Laufen habe ich mich aber nie interessiert“, verrät Lopergolo. Das änderte sich im vergangenen Jahr. Während seiner Arbeit als Physiotherapeut in der Schüchtermann-Klinik betreute Lopergolo einen schwer kranken Patienten, der jahrzehntelang Marathon gelaufen war. Nicht nur in Deutschland, mehrfach auch in New York. „Als Sportler hat mich interessiert, wie man als Läufer für diese extreme Belastung trainiert.“ Die Antwort überraschte ihn: „Man trainiert maximal 20 Kilometer. Die volle Strecke läuft man nur im Wettkampf.“

Herzerfrischend Stefano_Lopergolo_2b-188x300 Bad Rothenfelder startet beim New-York-City-Marathon Herzbewegend Mitarbeiter berichten Neues aus der Klinik

Die Begeisterung, mit der sein Patient vom Marathon-Lauf erzählte, weckte auch in Lopergolo das Interesse. Eins stand dabei für ihn fest: „Wenn ich schon laufe, dann in New York.“ Denn nach New York zu fahren sei immer schon sein Traum gewesen. Am Krankenbett bekam Lopergolo die ersten Tipps für das Training – und eine gehörige Portion Motivation. „Ich habe mir gewünscht, für ihn weiter zu laufen“, verrät der 32-Jährige.

Das aber war schwerer als gedacht. „Erst bin ich drei Kilometer gelaufen, dann fünf und irgendwann zehn.“ Schon 30 Minuten durchzulaufen fiel dem sportlichen Physiotherapeuten schwer. „Die Knie, der Rücken – einfach alles tat weh“, erinnert er sich lachend. „Die Ausdauer steigert man schnell. Aber auch die Muskeln und Gelenke müssen sich an die Belastung gewöhnen.“

 

Immer wieder wollte Stefano Lopergolo aufgeben. „Aber meine Kollegen haben das nicht zugelassen“, verrät der Physiotherapeut, der seit acht Jahren in der Schüchtermann-Klinik arbeitet. „Ich habe so viel positives Feedback erhalten, da konnte ich einfach nicht aufhören.“ Ob mit Trainingstipps von anderen Läufern, freundlichen Worten oder der Massage für verspannten Muskeln: „Wie mich meine Kollegen unterstützen, das ist echt unglaublich.“

Inzwischen läuft Stefan Lopergolo 42 Kilometer in der Woche – bei Wind und Wetter. Seine Lieblingsstrecke führt ihn von Bad Rothenfelde über Hilter und Wellendorf und wieder zurück. In Gedanken läuft er dabei schon durch alle fünf New Yorker Stadtbezirke. Die Route führt dabei von Staten Island bis zum Central Parc. Bereits seit 1970 wird der New York-Marathon jährlich am ersten Sonntag im November veranstaltet. Mit mehr als 50000 Läufern ist er einer der teilnehmerreichsten Marathons der Welt.

„Ich will es ins Ziel schaffen“, kündigt Stefano Lopergolo an. „Wie schnell ich bin, ist mir dabei egal.“ Danach steht dann noch ein bisschen Sightseeing auf dem Programm. „Williamsburg und Brooklyn möchte ich mir gerne ansehen.“ Und am liebsten alle Stadtteile, durch die er zuvor gelaufen ist.

 

Julia Lüttmann
Referentin Unternehmenskommunikation