Bad Rothenfelde.  „Ich habe eigentlich gedacht, ich habe nur Stress“, sagt Detlef Breuker.   „An einen Herzinfarkt habe ich  gar nicht gedacht.“  Doch ein  unbemerkter  Hinterwandinfarkt  hatte sein Herz schwer geschädigt. Seine einzige Überlebenschance war die  Implantation eines Herzunterstützungssystems.

„Meine erste  Reaktion war ein Nein“, erinnert sich der heute 58-Jährige an seinen ersten Aufenthalt in der Schüchtermann-Klinik.  Auf eine mechanische Pumpe  angewiesen  zu sein: Das konnte sich der Meller nicht vorstellen.  10 Monate nach der Implantation  sind diese Sorgen verflogen.   „Das  Herzunterstützungssystem hat mir mein Leben wieder gegeben. Und im Alltag  fühle ich mich überhaupt nicht eingeschränkt.“

Herzerfrischend DSC_6375-300x199 „Das  Herzunterstützungssystem hat mir mein Leben wieder gegeben" Allgemein Patienten berichten

Detlef Breuker ist immer in Bewegung. Ob in seiner Selbstständigkeit als Datenschutzbeauftragter oder privat: „Ich war immer in Action.“ Für Arzttermine bleibt da keine  Zeit. Auch eine immer stärker werdende Kurzatmigkeit ignoriert er.  Erst als er nicht mehr schlafen kann, weil ihm die Luft wegbleibt, geht er ins Krankenhaus in Melle.  Von hier aus wird er umgehend in die Schüchtermann-Klinik gebracht.

„Zum LVAD  gab es keine Alternative“

„Mein ganzes Leben ist auf der Fahrt an mir vorüber gezogen“, erinnert er sich.  In dem integrierten Herzzentrum angekommen erwarteten ihn schlechte Nachrichten. „Mein Herz hatte nur noch eine Leistungsfähigkeit von 15 Prozent. Länger als zwei Wochen hätte ich so nicht mehr  gelebt“, sagt Detlef Breuker rückblickend. „Auch wenn ich erst absolut gegen den Eingriff war: Ich habe eingesehen, dass es keine Alternative gab und diese Situation auch für mich angenommen.“

In einem Eingriff wurde ihm ein Left Ventricular Assist Device (LVAD) implantiert. Diese Pumpe übernimmt die Leistung der Herzkammer. Durch einen Schlauch ist  die Pumpe mit einem Steuerungsgerät (Controller) und  zwei Akkus außerhalb des Körpers verbunden.

„Schon zwei Tage nach der OP fühlte ich mich richtig gut“

Bereits kurz nach  Implantation des Herzunterstützungssystems fühlte sich Breuker besser. „Es war ein tolles Gefühl, wieder schlafen zu können. Schon zwei Tage nach der OP fühlte ich mich richtig gut.“   Eingeschränkt fühlte er sich nur durch die  Umhängetasche, in der Steuerungsgerät und Akkus untergebracht werden. „Die habe ich sofort gegen einen Hüftgürtel  ausgetauscht. Damit bin ich viel mobiler.“   Drei Wochen verbrachte Breuker in der Rehabilitation, seither gehören neben  dem  so genannten Kunstherz auch regelmäßige Kontrollen und die Einnahme von Medikamenten zu seinem Alltag.

Und in dem lässt sich der Meller  durch sein Herzunterstützungssystem nicht bremsen:  „Ich kann wieder arbeiten, tanzen gehen und in den Urlaub fliegen.“ Und auch seinem  Herzen geht es besser. „Inzwischen hat es wieder eine Leistungsfähigkeit von 30 Prozent.“ Doch auch wenn sich das Organ wahrscheinlich nie vollständig  erholen wird:   „Mir geht es richtig gut“, sagt Detlef Breuker.

 

Foto: Shutterstock