Die Begriffe Antiseptik und Asepsis sind im Verlauf der Geschichte auseinander hervorgegangen, und sie verfolgen mit verschiedenen Mitteln den gleichen Zweck.

Asepsis ist aus dem griechischen abgeleitet und bedeutet wörtlich „ohne Fäulnis“. Es bezeichnet alle Maßnahmen zur Beseitigung von Krankheitserregern und somit den Zustand der Keimfreiheit. Maßnahmen, die zu einer Asepsis führen, sind im Wesentlichen wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Operation wie z.B. die Sterilisation aller medizinischer Instrumente und Kleidung, Raumdesinfektion oder auch in besonderen Fällen Raumluftsterilisation.

Antisepsis ist ebenfalls aus dem griechischen abgeleitet und bedeutet wörtlich „gegen Fäulnis“. Es bezeichnet in der Medizin alle Maßnahmen zur Verminderung von infektiösen Keimen und damit die Verhinderung einer Infektion. Dazu gehören im Wesentlichen die Desinfektion von Oberflächen, Materialien und Gegenständen. Auch die Desinfektion von Wunden ist eine antiseptische Maßnahme, dabei können aber lediglich die Keimzahl verringert oder inaktiviert werden, sie können aber nicht vollständig eliminiert werden.

Ignatz Semmelweiß (1818 – 1865) hat mit seinen Forschungsergebnissen hinsichtlich der Kinderbettsterblichkeit den Begriff Asepsis geprägt. Aus diesen Erkenntnissen heraus entwickelte Sir Joseph Lister (1827 – 1912) um 1850 herum erste Ansätze in Richtung Antisepsis. Er entwickelte die Hypothese, dass die Luft mit krankmachenden Mikroben beladen sei, die man von Wunden fernhalten müsse. Nach den Erkenntnissen von Ignatz Semmelweiß führten also die Listerschen Forschungsergebnisse zu den bahnbrechenden Grundsätzen von Asepsis und Antisepsis im Gesundheitswesen.

Die Einführung des Konzepts der Asepsis ist aber letztlich ein wesentlicher Verdienst des Deutschen Ernst von Bergmann (1836 – 1907) und seines Mitarbeiters Curt Schimmelbusch. Das zunächst angewandte Verfahren der Antisepsis durch Besprühen mit Karbolsäure, welches höchst gefährlich war, wurde durch Ernst von Bergmann durch den Einsatz von trockener Sublimatgaze ersetzt.

Im Jahr 1886 wurden diese chemischen Verfahren abgelöst und durch den Einsatz dampfsterilisierter Verbandsmaterialien, welches auch heute noch immer Verwendung findet, ersetzt.

Sylvia Speckmann
Hygienebeauftragte Station1 und 3a