Das Thema Vorhofflimmern stand im Mittelpunkt einer Informationsveranstaltung, die im Rahmen der Herzwochen der Deutschen Herzstiftung in der Schüchtermann-Klinik stattfand. Unter Moderation von Prof. Dr. Gerold Mönnig, Chefarzt der Kardiologie mit Schwerpunkt Rhythmologie, gingen die Referenten auf verschiedene Aspekte der Krankheit ein.

Den Auftakt machte Prof. Dr. Christian Pott, Oberarzt der Kardiologie. Er informierte über Symptome und Gefahren der Volkskrankheit Vorhofflimmern. Patienten mit Vorhofflimmern verfolge diese Krankheit oft ihr Leben lang, mal mehr, mal weniger. Risiken für die Entstehung seien unter anderem Rauchen, Alkohol, familiäre Vorbelastungen und Übergewicht. Studien haben ergeben, dass eine relevante Reduzierung des Gewichts das Vorhofflimmern in seiner Auftretenshäufigkeit und Dauer verringern kann. Man könne die Krankheit also durch Gewichtsabnahme oft ähnlich gut bekämpfen wie durch Medikamente. Das Hauptrisiko des Vorhofflimmerns bestehe darin, dass sich im Vorhof Blutgerinnsel bildeten, die sich ablösten, ins Gehirn gelangten und dort einen Schlaganfall auslösen könnten. Deshalb benötigten Patienten mit Vorhofflimmern eine konsequente Blutverdünnung. Beim Vorhofflimmern schlügen die Herzvorhöfe viel zu schnell, unregelmäßig und unkoordiniert. Mit Medikamenten werde versucht, ein normales Vorhofflimmern einzustellen.

 

Unterschiedliche Therapiemöglichkeiten können gegen Vorhofflimmern helfen

Dr. Jürgen Ackemann, Oberarzt der Herzchirurgie, stellte Möglichkeiten der Medikation, des Kathetereingriffs sowie chirurgischer Maßnahmen vor. Über allem stehe, einen Schlaganfall durch Vorhofflimmern zu verhindern, weitere Ziele seien ein höhere Belastbarkeit des Patienten durch eine verbesserte Leistung des Herzens sowie die Wiederherstellung des normalen Rhythmus. Ursächliche Therapiemöglichkeiten seien die Verödung des Vorhofs entweder durch einen Kathetereingriff oder durch herzchirurgische Methoden. Das wichtigste aber sei die Gerinnungshemmung zur Vorbeugung eines Schlaganfalls. Hinzu komme meist die Einnahme von Medikamenten, die das Herz bremsen, da die hohe Herzfrequenz auf die Dauer schädlich für das Herz sei.

Dr. Johannes Amberger, Oberarzt der Kardiologie, erläuterte Gerinnungshemmung und Alternativen. Bis zu 30 Prozent der Schlaganfälle  seien  durch Vorhofflimmern bedingt. Patienten, die keine Blutverdünner vertragen, kann nach seinen Worten durch einen Eingriff im linken Vorhof geholfen werden. Bei ihnen könne über einen Katheter das linke Vorhofohr verschlossen und damit diese Quelle für einen Schlaganfall ausgeschaltet werden.

Dr. Godehard Wittig, Oberarzt der Rehabilitation, gab Empfehlungen zur Vorbeugung des Vorhofflimmerns: Patienten sollten sich bemühen, begünstigende Faktoren wie Übergewicht, erhöhte Blutwerte, Schlafapnoe, Bluthochdruck und psychischen Stress in den Griff zu bekommen. Der Oberarzt riet dazu, den Lebensstil zu optimieren und zum Beispiel mehr und regelmäßig Sport zu treiben. Dadurch sinke auch der Blutdruck und man könne manche Tablette einsparen. Geeignete Sportarten seien Nordic Walking, Wandern und Radfahren. Im Rahmen der Vorbeugung und Behandlung sei auch eine gute Ernährung wichtig: Die Mittelmeerküche könne helfen. Es gebe viele Maßnahmen, mit denen man selbst aktiv werden könne, stellte der Arzt klar.

 

Daniel Meier