Bad Rothenfelde.  Mit neuen Wanderschuhen und Erinnerungen an eine schwere Zeit ist  Helmut Schmidt (56) zu seiner ganz persönlichen Pilgerreise aufgebrochen. Anfang November wanderte er von seiner Heimatstadt Oldenburg aus bis nach Bad Rothenfelde bei Osnabrück. „Ich wollte meinen Lebensrettern in der Schüchtermann-Klinik danken.“ 120 Kilometer hat er dafür zurückgelegt.

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Als Helmut Schmidt im November 2018 in dem Herzzentrum eintraf, hatte er bereits einen Arztmarathon hinter sich: „Mir ging es schon seit Monaten immer schlechter. Ich war antriebslos, schwitzte grundlos und habe in wenigen Monaten 20 Kilogramm Gewicht verloren. Das schlimmste für mich war, dass keiner wusste, was mit mir los ist.“ Denn alle Blutwerte und auch das EKG waren unauffällig. Erst der Kardiologe erkannt: Auf dem Segel der Herzklappe hatten sich Bakterien ausgebreitet. Nur eine schnelle OP konnte Helmut Schmidts Leben retten.

Pilgerreise zum zweiten Geburtstag

„In der Schüchtermann-Klinik habe ich mich sofort gut aufgehoben gefühlt“, erinnert er sich. „Die Ärzte und die Schwestern haben es mir leicht gemacht und mir meine Ängste genommen.“ Dank der Rekonstruktion seiner Herzklappe und dem anschließenden dreiwöchigen Reha-Aufenthalt in Bad Rothenfelde ging es Schmidt schon bald besser.

„Als sich der Jahrestag der OP näherte, habe ich mich gefragt, wie ich meinen zweiten Geburtstag feiern will. Einfach nur mit Freunden essen zu gehen, das war mir zu wenig.“ Schon immer hatte Schmidt Pilger bewundert. So sollten die 120 Kilometer zwischen Osnabrück und Bad Rothenfelde sein persönlicher Pilgerweg werden. „Als ich 2018 an der Schüchtermann-Klinik ankam, konnte ich kaum laufen. An Treppensteigen war nicht zu denken. Jetzt bin ich gesund, habe keine Narben und kann wieder alles machen.“

20 bis 25 Kilometer pro Tag

20 bis 25 Kilometer legte Helmut Schmidt täglich zurück. Begleitet haben ihn dabei die Erinnerungen an die Zeit seiner Krankheit und die OP. „Ich habe auf dem Weg auch viel geweint. Vor Traurigkeit, aber auch vor Dankbarkeit.“ Die Etappen seiner bewegenden Reise führten Schmidt zunächst von Oldenburg  nach Ahlhorn, weiter nach Vechta-Langförden und von hier aus nach Hastrup. Über Bersebrück ging es schließlich nach Osnabrück. „Von dort bis nach Dissen habe ich den Zug genommen, weil ich keine Unterkunft gefunden habe.“ Von Dissen aus waren es dann nur noch wenige Kilometer bis zur Schüchtermann-Klinik.

Mitarbeiter sind bewegt

„Ich war meinen Füßen so dankbar“, sagt Helmut Schmidt. „Als ich die Treppen hochsteigen konnte, war das ein unglaublicher Moment.“ Auf Station 10 überbrachte er seinen Dank an die Ärzte und Schwestern der Schüchtermann-Klinik persönlich. Auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein bewegender Moment: „Plötzlich stand Herr Schmidt  mit einem riesen Bouquet vor dem Schwesternstützpunkt. Er erzählte seine Geschichte  und ganz spontan fingen  alle Anwesenden an    zu applaudieren. Wir, sowohl die Oberärzte als auch das Pflegepersonal der Station 10, die sich mit dem Schwerpunkt Herzklappen beschäftigen,  haben  uns sehr gefreut. Es sind einzigartige  Momente wie dieser,  die uns in unserem Beruf bestätigen. Ganz besonders haben mich die Lebensqualität  und die Lebensfreude,  die Herr Schmidt wieder erlangt hat,  berührt“,  sagt  Dr.  Chourok Stabel-Mahassine, Oberärztin in der Herzchirurgie.

Die Karte wurde mit www.openstreetmap.org/copyright  erstellt.

 

Julia Lüttmann

Referentin Unternehmenskommunikation