Ein paar persönliche Bemerkungen zu Beginn

Also, Trimmy und ich …. wir sind ganz dicke Kumpel, sozusagen Freunde fürs Leben. Uns eint nämlich neben dem ausgesprochenen Interesse für Sport, Spiel, Bewegung und Gesundheit insbesondere dasselbe Geburtsjahr, d. h. wir kennen uns schon ein Leben lang!

Grund genug also, einem guten Freund einmal die Ehre zu erweisen und ihn auch denjenigen vorzustellen, die ihn noch nicht kennen oder ihn im Dschungel von Fitness-Apps, Weareables und Activity Trackern vergessen haben. Denn Trimmys Idee ist ziemlich toll, ziemlich einfach und im Prinzip ziemlich zeitlos:

Lauf mal wieder, schwimm mal wieder und fahr mal wieder Rad!

 

Wer ist Trimmy?

Trimmy – Symbolfigur der Trimm-Dich-Bewegung des DOSB – erlangte in den 1970er Jahren große Berühmtheit und war mehr als 90 % der Bevölkerung als motivierendes und sympathisches Maskottchen mit kurzer Turnhose und stets optimistisch in die Höhe gestrecktem Daumen bekannt.

Trimmy warb initial unter dem Motto „Trimm Dich – durch Sport“ dafür, den zunehmenden Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht und Herz-Kreislauferkrankungen proaktiv mit mehr Sport und Bewegung entgegenzutreten – war doch die Zahl der Herzinfarkte als Folge des Wirtschaftswunders mit einhergehendem Wohlstand stark angestiegen.

In den folgenden Jahren kamen weitere Kampagnen und Aktionsjahre hinzu. Nach „Trimm Dich durch Sport“, folgte die Konditionskampagne „Ein Schlauer trimmt die Ausdauer“, gefolgt von der Spielkampagne „Spiel mit – da spielt sich was ab“ und schließlich die allen in Erinnerung gebliebene Gesundheitskampagne „Trimming 130 – Bewegung ist die beste Medizin“!

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Ideale Herzfrequenz?

Erstmals versuchte man im Breitensportbereich, konkrete Vorschläge zu den Belastungsintensitäten auszusprechen, indem man eine Herzfrequenz von 130 Schlägen pro Minute als Trainingsziel anstrebte. Die vorgegebene Richtherzfrequenz galt vorzugsweise für untrainierte 30 – 60 Jährige für alle Ausdauersportarten, Ballspiele, Turnen und die beliebte Aerobic-Gymnastik.

Kritische Wissenschaftler bemängeln jedoch zu Recht die geringe Berücksichtigung der individuellen Regulationsbreite bei der Herzfrequenz, so dass eine Vorgabe von 130 Schlägen für einen Sportler durchaus ideal sein kann, für einen anderen aber eine Unterforderung oder bereits eine Überforderung darstellt, wenn es gilt, die Kondition bzw. die Grundlagenausdauer zu trainieren. Zudem variiert die Herzfrequenz bei unterschiedlichen Sportarten in Abhängigkeit von der Größe der aktiv eingesetzten Muskelmasse.

Und nicht zuletzt beeinflussen einige Medikamente die Herzfrequenzregulation, so dass pauschale Empfehlungen von 130 Schlägen pro Minute im besten Fall nicht nur den gewünschten Trainingseffekt verfehlen, im schlechteren Fall sogar gesundheitsschädigend sein können.

Das bedeutet aber nun keinesfalls das Ende von Trimmy und seinen legendären Aktionen!

 

Richtige Belastungsintensität beim Sport…gewusst wie!

Unstrittig ist, dass regelmäßige Bewegung und körperliche Aktivitäten geeignete Maßnahmen sind, um das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken und den Gesundheits- und Trainingszustand zu verbessern sowie das Wohlbefinden zu steigern.

Die richtige Belastungsintensität ist dabei ausschlaggebend für den größtmöglichen Nutzen und auch dafür, die persönlichen Trainingsziele zu erreichen. Dabei sind die Trainingsziele durchaus unterschiedlich und reichen von einer geplanten Marathonteilnahme bis zur Erhaltung einer ausreichenden Belastbarkeit für den Alltag.

Wer das 40. Lebensjahr überschritten hat und nach längerer Trainingspause wieder mit einem regelmäßigen Training beginnen möchte, der sollte seine Sporttauglichkeit einmal durch einen Arzt testen lassen. Dabei werden die wesentlichen Vitalparameter gemessen und ein Belastungs-EKG geschrieben. Einen solchen Check empfiehlt übrigens auch die DGSP (Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention).

Danach steht dem Training nichts mehr im Wege! Wer es dann noch genauer wissen möchte, lässt im Rahmen einer leistungsdiagnostischen Untersuchung seine individuellen Herzfrequenzbereiche ermitteln. Mittels einer Laktatdiagnostik und einer Spiroergometrie können die idealen Belastungsbereiche definiert werden. Somit können Trainingsfortschritte systematisch geplant und mittels eines Trainingsplanes persönliche Trainingsziele realisiert werden.

Solche leistungsdiagnostischen und präventivmedizinischen Untersuchungen können auch in der Schüchtermann-Klinik im Institut für Prävention und Sportmedizin durchgeführt werden. Nähere Informationen finden Sie hier.

 

Laufen ohne Schnaufen

Für all diejenigen, die es indes etwas weniger professionell und umfangreich bestreiten möchten, ist nach wie vor das subjektive Belastungsempfinden ein einfaches, aber gutes Maß für eine angemessene Beanspruchung. Voraussetzung ist allerdings, dass keine gesundheitlichen Einschränkungen oder gar krankhaften Veränderungen des Herz-Kreislaufsystems vorliegen.

Für die Verbesserung der Ausdauer ist dann, ganz vereinfacht gesagt, eine moderate bis mittlere Anstrengung anzustreben. Wer nach 30 Minuten Dauerlauf total erschöpft seine Laufrunde beendet, hat sich zwar sehr angestrengt, hat damit aber nicht zwangsläufig zur Verbesserung seiner Ausdauer beigetragen. „Laufen ohne zu schnaufen“ ist eine alte, aber dennoch hilfreiche Empfehlung, gerade für ältere oder ungeübte Sportler und Wiedereinsteiger.

Aus präventivmedizinischer Sicht geht es darum, durch ein Mehr an Bewegung, wünschenswerte Anpassungsprozesse u.a. des Herz-Kreislaufsystems, der Muskulatur und des Stoffwechsels zu verstärken. In diesem Sinne:

Lauf mal wieder, schwimm mal wieder und fahr mal wieder Rad!

Und vielleicht entdecken Sie bei Ihrem nächsten Spaziergang durch den Stadtpark ja irgendwelche Balancierbalken, Kletterstangen oder wetterfeste Edelstahltrainingsgeräte. Die Idee des klassischen Trimm-Dich-Pfads wird zunehmend durch Städte und Gemeinden wieder aufgegriffen.

Gönnen Sie sich den Spaß und probieren Sie die Geräte `mal wieder aus …. und grüßen Sie meinen Freund Trimmy!

 

Ihre Stephanie Mommertz